Nebel, Wiese, Museeum – Zwischenstand Fassadenbild Kreissparkasse Gotha
Auf Margarethenstraße ändert sich das Bild täglich.
Wo gestern noch klare Kanten waren – Harte dunkle grütöne neben hellen Farben – entstehen jetzt Übergänge. Weiche Ränder. Grenzen, die verschwimmen. Ein Boot, das im Nebel schwebt. Figuren, die sich in der Tiefe verlieren.

Das ist die Weichzeichnungsphase. Nach den kühnen, linearen Kanten, nun diese Methode des Übergangs. Nicht Verweichlichung, sondern Atmosphäre. Der Thüringer Wald liegt hinter dieser Fassade. Das Herzogliche Museeum schimmert im Dunst. Die Landschaft beginnt nun langsam zu atmet.
Romanik. Nicht im kunsthistorischen Sinn, sondern im Gefühl. Eine Fassade, die nicht dekoriert, sondern erzählt.
Die Kreissparkasse Gotha sitzt an diesem Ort und wird Teil einer Erinnerungslandschaft – nicht dominant, nicht aufdringlich. Das Museeum bleibt sichtbar. Die Wiese bleibt lesbar. Die Figuren bleiben sichtbar, aber sie sind nicht mehr allein. Sie werden Teil eines Ganzen.
Handwerk: Die Übergänge entstehen durch geduldige, transparente Schichten. Farbstufen, die sich überlagern. Nebelschwaden, die nicht gemalt, sondern gespritzt und gerieben werden. Jede Schicht braucht Zeit. Jede Linie wird zweimal überlegt, bevor sie gesetzt wird und die Hebebühne schwebt davor.
Die nächste Phase folgt. Noch sind wir nicht am Ziel. Und Stück für Stück könnt ihr dabei sein und sehen wohin die Reise geht.
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